SPOT ON

Diversity

Conference Background

[DE] Weltweit zu beobachtende Entwicklungen wie globales Wirtschaften, die Herausbildung von Wissensökonomien, erhöhte Mobilität und sich verändernde Bevölkerungsstrukturen rücken die Auseinandersetzung mit Vielfalt und Unterschiedlichkeit immer stärker in den Mittelpunkt. Die Notwendigkeit der Balancierung von Globalisierungseffekten erfordert neue und nachhaltige Herangehensweisen zur Bekämpfung von sozialer Segregation und Gewährleistung von gerechten Bildungskarrieren. Gleichzeitig sind Kunst und Kultur aufgerufen, der Diversität der Bevölkerung und dem Anspruch eines Zugangs für alle gerecht zu werden und sich für globale Kunsttendenzen stärker als bisher zu öffnen. Sorgsam umgesetzte und angepasste Diversitätskonzepte bieten dabei proaktive Möglichkeiten. Unterschiedlichkeit und Vielfalt von Personen in Institutionen und ihren Kontexten wird dabei nicht als Defizit begriffen, sondern ihr Potential für die Bewältigung von Aufgaben in einen systemischen Blick genommen.

2007 erschien im Rahmen des „Europäischen Jahres der Chancengleichheit für alle“ ein Kompendium zu Diversity Management, welches Praxisbeispiele österreichischer Unternehmen, Non-Profit-Organisationen und nicht zuletzt Institutionen der öffentlichen Verwaltung versammelte und so einen wichtigen Meilenstein für die einsetzende Debatte in Österreich darstellte. Zu beobachten ist, dass wichtige internationale Initiativen für eine Vertiefung der Diskussion sorgten. Insbesondere zwei UN-Dokumente lieferten wichtige Impulse für die österreichische Bildungs- und Kulturszene: die von Österreich 2007 ratifizierte UNESCO Konvention „Übereinkommen über den Schutz und die Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen“ und die von Österreich 2008 ratifizierte „UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen“. Die Auseinandersetzung der OECD mit nicht nur bildungspolitischen Fragestellungen von Diversity bzw. die in der EU Strategie „Europe 2020“ verankerten strategischen Bemühungen in Richtung Soziale Inklusion werden im österreichischen Kontext ebenfalls verstärkt diskutiert.

Nicht nur in vielen Unternehmungen und Non-Profit-Organisationen, in Kultureinrichtungen und internationalen Organisationen,  sondern auch auf staatlicher Ebene findet das Konzept von Managing Diversity vermehrt seinen konkreten institutionellen Niederschlag. So arbeitet beispielsweise im österreichischen Bildungsministerium seit 2010 eine Abteilung zu Fragen der Diversitäts- und Sprachenpolitik, Sonderpädagogik und inklusiver Bildung sowie Begabtenförderung; eine Querschnittsmaterie für alle Schultypen.

KulturKontakt Austria hat sich als eine mit bildungs- und kulturpolitischen Fragestellungen befasste Organisation seit 2009 dem strategischen Schwerpunkt Diversität sowohl auf Programmebene wie auch auf organisatorischer Ebene verpflichtet. Dabei nimmt sowohl die nationale als auch die internationale Entwicklung einen wichtigen Stellenwert ein. Ausdrücklich wird ein inklusiver Ansatz verfolgt, der verstärkt die Interdependenz von Diversitätskriterien in den Blick nimmt. Neben den internen Anstrengungen, Programme und Aktivitäten auf ihre Diversitätsrelevanz hin zu prüfen, entsprechend zu adjustieren sowie diversitätskompetent umzusetzen, hat KulturKontakt Austria bisher in zwei Abendveranstaltungen die öffentliche Diskussion zu diesen Themen gesucht.

Die Tagung  SPOT ON 3: REALITY. Diversität. 1 Herausforderung – 3 Diskurse nahm diese Fäden wieder auf: einerseits wurde in einer Paneldiskussion der breitere gesellschaftpolitische Rahmen im internationalen Kontext abgesteckt und diskutiert, andrerseits die Auseinandersetzung mit dem Thema in Bildung, Kunst und Kultur mittels spezifischer Fragestellungen vertieft und an Best Practice Beispielen geschärft.

Die Veranstaltung sollte darüber hinaus

  • einen Beitrag zur vertiefenden Diskussion um die Möglichkeiten von Managing Diversity in Bildungs- und Kulturinstitutionen leisten und so mitwirken, das Thema im österreichischen Kontext stärker zu positionieren;
  • die Vernetzung zwischen den Repräsentantinnen von Organisationen und Initiativen, die sich mit MD befassen, vertiefen, über die geographischen, institutionellen und themenspezifischen Grenzen hinaus;
  • die nationale Diskussion um internationale Positionen bereichern und für die Weiterarbeit fruchtbar machen;
  • das Thema vertieft in konkreten Arbeitsbereichen und anhand von spezifischen Fragestellungen zu entwickeln.

Die Tagung wandte sich an RepräsentantInnen österreichischer und internationaler Institutionen, die im Bildungs-, Kunst und Kulturbereich tätig sind.

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